REF: Religion Ethik Fundamentalismus

»Freiheit! Freiheit! Freiheit! Freiheit!«

21. März 2009, 07:00Lukas / REF

Fackeltragende Massen paradieren nicht skandierend durchs Brandenburger Tor, aber »Pro Reli« bleibt bei seinem schönen Nazi-Slogan »Tag der Freiheit«. Das sagte zumindest der große Vorsitzende Dr. Lehmann der RBB-Abendschau:





(Via »Der Blog Pro Ethik«)

Aus der Geschichte lernen: Nazi-Barbarei und Religion als Pflichtfach

19. März 2009, 14:30Johannes / REF

Wir vermuteten zwar gestern, dass die »Titanic« die Christenfundis von »Pro Reli/Freie Wahl« unterwandert habe, aber es scheint wohl doch bitterer Ernst zu sein.

So zitiert der Verein seinen Vorsitzenden Christoph Lehmann auf seiner Homepage

Am 24. April feiert Portugal den Tag der Freiheit von einem faschistischen Regime. In der Tschechischen Republik feiert man am 17. November den Tag der Freiheit in Gedenken an die Nazi-Barbarei – und in Südafrika feiert man den 27. April als Tag der Freiheit vom Regime der Apartheid. Es gibt viele weitere Beispiele. Diesen Begriff kann nur in den Schmutz ziehen, wer aus der Geschichte nichts gelernt hat.

Das lassen wir mal unkommentiert stehen.

Wie ein Herr von »Pro Relis« Werbeagentur gestern bei der Pressekonferenz erklärte, wird sich die Kampagne am Erfolg Obamas orientieren und auf das Internet setzen. Es gibt einen Twitter-Account für »Pro Reli/Freie Wahl«. Er heißt FreieWahl und dort konnte man heute Nachmittag nochmal das gleiche lesen:

»Pro Reli«-Tweet vom 19.3.2008 zu Portugal

»Pro Reli«-Tweet vom 19.3.2008 zu sich selbst.

»Pro Reli/Freie Wahl« wir lesen aufmerksam mit und werden nicht zögern, ggf. die entsprechenden Stellen wegen eines Verstoßes gegen § 130 StGB anzustupsen.

Berlin mit Leuchtbotschaften

18. März 2009, 11:00Lukas / REF

Die Kreativität unserer Besucher! Und so schnell!

Aber der Reihe nach:

Auf der neuen »Pro Reli/Freie Wahl«-Homepage kann man Berlin »leuchten lassen«. UnterstützerInnen tragen ihren Namen und die Straße ein und an der Stelle erscheint ein gelbes Licht.

Die »Pro Reli«-Homepage am 18. März 2009 mit einer Leuchtbotschaft

Uns wurden eben dankenswerterweise Screenshots zugespielt, die zeigen, dass man mit Lichtpunkten auch Botschaften hinterlassen kann: »NO«. Etwas elaborierter hätt’s schon sein können. Aber es ist ein Anfang.

Die »Pro Reli«-Homepage am 18. März 2009: Richard Williamson ist auch dabei.

Wer die Karte mit den Worten »Freiheit? Am Arsch!« verzieren kann, dem schenken wir ein T-Shirt mit REF-Logo. Photoshop gilt übrigens nicht. Das muss schon echt sein. Fragen, Erfolgsmeldungen und Screenshots an fundamentalismus@ref-action.org. Wir wollen das natürlich am liebsten selbst online sehen.
Jetzt: loslos! Wir sind gespannt.

Wie viele von den knapp 100 Lichtern wohl auf echte Personen zurückgehen? Der Vereinsvorsitzende, Christoph Lehmann, jedenfalls ist doppelt. Dass Richard Williamson »Pro Reli« unterstützt, glauben wir nach dem vielsagenden Nazimotto »Tag der Freiheit« gern, aber er lebt unseres Wissens nach nicht in Berlin-Mitte.

Immerhin: Nicht nur uns ist das Nazimotto aufgefallen. Der morgige Tagesspiegel erwähnt es auch.

Update: 21.00 Uhr

Das »No« ist jetzt von der »Pro Reli/Freie Wahl«-Kampagnenseite verschwunden.

Update: 19.3.2009, 10.00 Uhr

Nicht nur wir wurden informiert. Auch die taz berichtet über das »No«.

Update: 20.3.2009, 15.00 Uhr

Und auch Der Blog pro Ethik berichtet (leider nicht über unseren ausgelobten Preis).

Update: 24.3.2009

Messitsch by Burns berichtet:

Kurz vor Mitternacht wischte Gottes Finger über die Karte und löschte das despektierliche NO. Einmal im Schwung, blies er noch sieben Lichter aus. 89 Pünktchen schienen ihm genug

Auch hier ist über den von uns ausgelobten Preis leider nichts zu erfahren.

Unterdrückung beenden! 26. April 2009 ist Tag der Freiheit

18. März 2009, 08:30Lukas / REF

»Pro Reli«-Plakat für den Volksentscheid

Herzlichen Glückwunsch, »Pro Reli«! Ihr habt euch von eurer Werbeagentur Publicis ein ausgefeiltes Kampagnenkonzept schustern lassen. Nicht schlecht:

»26. April ist Tag der Freiheit«

Heißt es auf der leuchtendneuen Homepage www.freie-wahl-berlin.de. Die »Freiheit« rückt in den Vordergrund und »Religion« und »Ethik« schrumpfen ein bisschen. Vielleicht sollte man es noch einmal erwähnen: »Freiheit«.

Ein Wort, das auch der große Vorsitzende Dr. Christoph Lehmann gerne während der Pressekonferenz verwendete (hier gehts zu einem Drei-Minuten-Videomitschnitt). Es lohnt sich, ihn anzusehen. Denn »Pro Reli« sieht sich tatsächlich in einer Reihe mit der Märzrevolution 1848, dem Ende der Apartheid, der friedlichen Revolution von 1989, den ersten freien Volkskammerwahlen der DDR 1990 und einigen anderen Ereignissen.

Die Einführung von verpflichtendem Religionsunterricht an staatlichen Schulen gehört – ganz fraglos – in diese Reihe. Gemeinsam mit den Opfern der südafrikanischen Apartheid, den Opfern staatlicher Repression in der DDR wird »Pro Reli/Freie Wahl« am 26. April 2009 einen Tag der Freiheit feiern.

Die Titeleinstellung des Films »Tag der Freiheit – Unsere Wehrmacht« von Leni Riefenstahl.

So nannte Leni Riefenstahl auch mal einen Film: »Tag der Freiheit«

Es ist ein Film über den siebten Reichsparteitag der NSDAP (»Parteitag der Freiheit«), der vom 10. bis zum 16. September 1935 in Nürnberg stattfand. Man kann ihn sich hier ansehen.

Zusammenfassung

  • In Berlin werden Menschen in ihrer Religionsausübung unterdrückt.
  • Der Volksentscheid »Pro Reli/Freie Wahl« steht in einer Reihe mit 1848, dem Ende der Apartheid, dem Mauerfall und den ersten freien Volkskammerwahlen.
  • »Tag der Freiheit« ist das Kampagnen-Motto, wie auch ein Filmtitel von vor 60 Jahren (da immer vorsichtig sein, unerfreuliche Deutschlandzeit). Eine einfache Google-Suche nach diesem Titel fördert diese Information zutage.
  • »Pro Reli/Freie Wahl« befindet sich mit diesem Spruch in guter Gesellschaft. Die Schüler Union NRW verwendete kürzlich das Motto des KZ Buchenwald, »Jedem das Seine«, um gegen die Gemeinschaftsschule zu protestieren (Spiegel Online berichtet).
  • Der rot-rote SED-Senat stinkt.

Wir freuen uns auf die kommenden 36 Jahre Tage. Was da wohl noch alles passiert? Es kann nur unglaublich lustig werden, jetzt wo »Pro Reli/Freie Wahl« von der Titanic unterwandert wurde.

Kampagnen starten

17. März 2009, 17:30Lukas / REF

Eines der »Gemeinsam ist besser-Plakate« Die Linke. Religion ist freiwillig.

Nachdem das »Bündnis Pro Ethik« Anfang des Monats seine etwas zahme »Gemeinsam ist besser«-Kampagne startete, die Partei »Die Linke« zusätzlich eigene Plakate präsentiert, hat unser aller Lieblingskampagne »Pro Reli/Freie Wahl« für heute, 10.30 Uhr ins Restaurant Theodor Tucher eingeladen um die eigene Kampagne vorzustellen. Danach geht es auf den Platz des 18. März um irgendwas zu tun.

Wir werden darüber berichten.

Update (15.30 Uhr)

Und was taten die Damen und Herren von den Christenfundis? Wir berichten aktuell über den Nazikram.

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